GAVISOR – Modulares Gaswarnsystem für industrielle Anwendungen

GAVISOR – Modulares Gaswarnsystem für industrielle Anwendungen

Die Gaswarnzentrale GAVISOR ist ein modernes, stationäres Gaswarnsystem zur kontinuierlichen Überwachung explosiver und toxischer Gase sowie zur Sauerstoffüberwachung.
Das System ist modular aufgebaut, flexibel erweiterbar und für anspruchsvolle industrielle Anwendungen konzipiert.

Durch die hohe Skalierbarkeit eignet sich die GAVISOR sowohl für kleinere Anlagen als auch für komplexe Industrieprojekte mit umfangreicher Ein- und Ausgangsstruktur.


Modulare Gaswarnzentrale mit bis zu 500 Ein- und Ausgängen

Die GAVISOR kann bis zu 500 Gaswarntransmitter auswerten.
Über 500 Relais-, analoge und digitale Ausgänge ermöglichen eine individuelle Anpassung an nahezu jede sicherheitstechnische Anforderung.

Das System unterstützt:

  • 4–20 mA Transmitter (2- und 3-Leitertechnik)

  • Digitale und analoge Ein- und Ausgänge

  • Potentialfreie Wechslerkontakte

  • Ethernet-Schnittstelle (RJ45, 10/100Base-TX)

  • OPC-Server

  • Profibus-Anbindung (optional)

  • SIL-Module für sicherheitsgerichtete Anwendungen

Die modulare Bauweise erlaubt eine spätere Erweiterung im laufenden Betrieb.


Sicherheitskonzept bis SIL 3 mit Safetybridge und PolyXeta®2

In Kombination mit der Safetybridge-Funktion kann die GAVISOR in ein Sicherheitskonzept bis SIL 3 nach EN 61508 eingebunden werden.

Dieses Konzept wird in Verbindung mit dem PolyXeta®2 (PX2) realisiert.


Zweck der Ex-Schutzeinrichtung

Die Anlage überwacht brennbare Gase in explosionsgefährdeten Bereichen.
Bei Überschreitung definierter Grenzwerte wird automatisch eine sicherheitsgerichtete Schutzfunktion ausgelöst mit zwei Zielen:

  • Begrenzung explosionsfähiger Atmosphäre durch frühzeitige Detektion und Alarmierung

  • Vermeidung wirksamer Zündquellen durch Herbeiführung eines sicheren Zustands (stromlos geschaltet)

Damit handelt es sich um eine MSR-Einrichtung mit Sicherheitsfunktion als Bestandteil des Explosionsschutzes.


Systemaufbau der Sicherheitskette

1. Feldgerät im ATEX-Bereich: PolyXeta®2 (PX2)

Der PolyXeta®2 ist im explosionsgefährdeten Bereich (z. B. Zone 1) installiert und ATEX-baumustergeprüft für den zonengerechten Einsatz.

Der PX2 integriert Sensorik und Auswertung und stellt im Alarmfall einen sicherheitsgerichteten Relaiskontakt bereit.

Die Sicherheitsfunktion
„sichere Detektion brennbarer Gase mit Grenzwertabschaltung über Relais“
ist SIL2-zertifiziert (Architektur 1oo1, HFT 0; Proof-Test-Intervall 1 Jahr).


2. Sicherheitslogik im sicheren Bereich: Safetybridge

Die Safetybridge ist außerhalb des explosionsgefährdeten Bereichs in einem Schaltschrank im sicheren Bereich installiert.

Sie verarbeitet ausschließlich den sicheren SIL2-Alarmkontakt des PX2 weiter und löst darüber die Abschaltung aus.

Die Safetybridge ist funktional sicher zertifiziert bis SIL3 nach EN 61508 und damit mindestens SIL2-geeignet.

Durch diese Architektur kann das Gesamtkonzept bis zur SIL-Stufe 3 ausgelegt werden.


3. Aktorik / Abschaltglieder

Die von der Safetybridge angesteuerten Abschaltglieder (z. B. Schütze, Relais, Ventile) sind SIL2-konform ausgelegt und führen im Alarmfall den sicheren Zustand „stromlos geschaltet“ herbei.


ATEX-Abgrenzung der Safetybridge

Eine ATEX-Baumusterprüfung ist nur für Betriebsmittel erforderlich, die:

  • im explosionsgefährdeten Bereich installiert sind oder

  • dort eine potenzielle Zündquelle darstellen.

Dies trifft auf die Safetybridge nicht zu, da:

  • sie nicht im ATEX-Bereich installiert ist (Installationsort im sicheren Bereich),

  • sie keine Energie oder Zündquellen in den Ex-Bereich einbringt,

  • sie ausschließlich einen potenzialfreien, sicheren Kontakt auswertet,

  • die ATEX-relevante Detektion und Grenzwertbildung vollständig im baumustergeprüften PX2 erfolgt.

Folglich ist für die Safetybridge keine eigene ATEX-Baumusterprüfung erforderlich.
Der Nachweis der funktionalen Sicherheit erfolgt über das SIL-Zertifikat.


TRGS 725 – Eignung und K-Einstufung

Gemäß TRGS 725 wird die Zuverlässigkeit der gesamten Ex-Einrichtung bewertet (Sensorik → Logik → Aktorik).

Die vorliegende Sicherheitsfunktion ist als 1oo1-Kette mit HFT 0 aufgebaut:

  • PX2: SIL2-Sicherheitsfunktion über Relais (1oo1, HFT 0)

  • Safetybridge: SIL3-fähige Sicherheitslogik

  • Aktorik: SIL2-konforme Abschaltglieder

Damit ist das System für die Klassifizierung K1 nach TRGS 725 geeignet.

Eine Einstufung in K2 oder K3 würde eine redundante Architektur (z. B. 1oo2 / 2oo3 Voting) erfordern, die im aktuellen System nicht vorgesehen ist.


Visualisierung und Bedienung

Die Bedienung der GAVISOR erfolgt über ein integriertes 7″-Touchdisplay oder über Netzwerkvisualisierung.

Das System bietet:

  • Übersichtliche Anzeige aller Messwerte

  • Alarm- und Störmeldungen

  • Relaisübersicht

  • Service-Modus für geschultes Fachpersonal


Einsatzbereiche

Das Sicherheitskonzept wird eingesetzt in:

  • Industrieanlagen

  • Energie- und Kraftwerksanlagen

  • Biogasanlagen

  • BHKW

  • Chemie- und Prozessindustrie

  • Anlagen mit erhöhten Anforderungen an funktionale Sicherheit


Beratung und Projektierung

Die Auslegung eines SIL-konformen Systems erfolgt projektbezogen unter Berücksichtigung der normativen Anforderungen (EN 61508, TRGS 725, ATEX).

Gerne beraten wir Sie bei der Planung Ihrer sicherheitsgerichteten Gasüberwachung.

Sicherheit beginnt mit der richtigen Messtechnik

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